Vandalismus mit unendlichen (?) Folgen

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  • Letztens da hatte ich mal wieder so einen Fall der mich einfach nur noch den Kopf schütteln lies. Unter Vandalismus stellt man sich ja normal so was wie Mülleimer rum werfen, Glas zertrümmer und vielleicht mal ein Auto demolieren vor. Als ich das Folgende meinen Kollegen erzählte waren die sich nicht einmal sicher, ob das überhaupt noch zu Vandalismus zählt. Jedenfalls ereignete sich der Fall in der Nachbargalaxie, auf dem Planeten... Nun ihre Sprache übersetzt würde es in etwa "rollende Pflaume" bedeuten.

    Ein Mann, 56 Jahre alt, vom System betrogen, von seinen 3 Ehefrauen verlassen und von den Kindern übers Ohr gehauen, hatte so 3 oder vier syndratische Schnäpse gekippt. Um das mir irdischem Alkohol zu vergleichen: Trinken Sie 2 Kästen Bier. Danach war sein Geisteszustand natürlich nicht mehr der Beste. In seiner Wut kam er da auf die Idee mit seinem Spaceobil, einfach gesagt ein kleines Raumschiff, einen dieser Raumstationaufzüge zu rammen. Also nahm er sich sein Gefährt, nahm etwas Schwung (rund 1 947 Kilometer) und ähm... flog direkt in den Aufzugschacht. Diese Weltraumbeförderungsaufzüge sind natürlich darauf ausgelegt ein wenig auszuhalten. Starke Winde und dergleichen können so einer Röhrer nichts anhaben. Aber natürlich ist nicht eingeplant, dass jemand dagegen fliegt. Der Aufzugschacht wurde um rund einen Meter verschoben. Man möchte meinen, dass es hätte schlimmer kommen können. Nun die Pointe kommt noch. Der Sachschaden belief sich gerade einmal auf umgerechnet 400 €. So viel kostete es die Röhre wieder gerade zu rücken und eine neue Kabine zu kaufen.

    Sie fragen sich jetzt natürlich zurecht warum man da eine neue Kabine kaufen muss und nicht vielleicht den Schacht reparieren. Der Schach beseht aus 7,4 cm dicken dreifach gehärtetem Black-Hole Titan. Das wird von nichts beschädigt. Aber die Kabine... Nun deswegen halte ich diese Aufzüge für absolute Fehlkonstruktionen. Dieser Fall zeigt es. Also es ist so... In einer Höhe von 143 Kilometern über dem Planten schwebt das Ende der ersten Röhre quasi frei im beginnenden Weltraum. Das wurde so konstruiert um Winde auszugleichen. Man gibt dem Aufzug so ein wenig Spielraum. Ein Pendeln von 3 oder 4 Millimetern ist normal. Ab dieser Marke von 143 km beginnt nun ein zweites Stück, dass Endstück, dass direkt mit der Raumstation verbunden ist. So kann diese auch recht einfach umgeparkt werden. Es muss nicht gleich der ganze Aufzug abmontiert werden. Nun...

    Um wieder zum Fall zu kommen. Als der Liftschaft gerade gerammt war, war die Kabine mit einer Geschwindigkeit von fast 1000 km/h auf dem Planeten gestartet. Der Insasse war ein leitender Beamter der immer um diese Zeit den Lift zur Station nahm. Denn zu dieser Zeit konnte man die drei Sonne, die es dort gibt, gleichzeitig sehen. Ich kann ihn versichern: Ein toller Anblick. Aber weiter. Der Aufzug hatte die Stelle des auftreffens bereits passiert und war 58 m vor der Übergangsstelle. Der Schacht verschob sich wie bereits erwähnt und alle Sicherheitsmaßnahmen waren hier sinnlos, denn die Kabine jetzt noch zu bremsen war nicht mehr möglich.

    Nun... Die Kabine schoss also aus der Röhre und flog ungebremst in den Weltraum hinaus. Aufgrund der Höhe war die Schwerkraft bereits aufgehoben. Fliehkraft sowie der spezielle Stand der Sonne verstärkten den Abtrieb der Kabine noch. Als die ersten Rettungsschiffe eintrafen war die Kabine bereits nicht mehr auffindbar. Sie fliegt nun vermutlich irgendwo im Weltraum bis sie etwas trifft. Der Mann darin ist wohl schon erstickt. Eine Tragödie sonders gleichen....

    Ich erzähle Ihnen das natürlich nicht ohne Grund. Denn ich habe gehört das ihr auf der Erde auch solche Dinger bauen wollt. Ein gutgemeinter Rat: Lasst es bleiben. Die Dinger taugen nichts. Ich bin mal in so einem in 4 Kilometern Höhe Stecken geblieben. Kein schönes Gefühl.....
    Karl-Theodor zu Chattenberg
    Leitender intergalaktischer Staatsanwalt, Bezirk Sol
    GAC Building
    Hinterem Mars 6
    Saturn
    Sonnensystem, 0000001 Milchstraße

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