Gestatten, Chattenberg!

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  • Gestatten Sie, dass ich mich kurz vorstelle.

    Mein Name ist Karl-Theodor zu Chattenberg. Namensähnlichkeiten zu irgendwelchen irdischen Politikern sind absolut zufällig. Ich bin so in etwa 39 Jahre alt und von Beruf, was Sie wohl am Meisten erstaunen wird, intergalaktischer Staatsanwalt. Im Gegensatz zu Beamten von der Erde haben wir Beamten die für die imperiale Regierung arbeiten aber alle Hände voll zu tun. Daher suche ich mir an meinen freien Tagen immer etwas Ausgleich bei einer Runde Asteroiden Golf. Hier auf dem Saturn haben wir eine der größten Anlagen für Asteroiden Golf in der ganzen Milchstraße.

    Als intergalaktischer Staatsanwalt erlebt man natürlich einiges. Daher werde ich hier immer mal wieder Anekdoten zum Besten geben. Zum Anfang möchte ich Ihnen einmal von dem Fall eines notorischen Falschparkers berichten.

    Statisch gesehen stellen die imperialen Klontruppen täglich ~17 Trilliarden Knöllchen wegen Falschparkens in der ganzen Galaxie aus. Das es darunter einen Serienfalschparker geben würde hätte zumindest hier im Büro niemand gedacht. Aber so war es. Anfangs war es natürlich nichts auffälliges, als die entsprechende Dienstelle ein Knöllchen an Herrn J. ausstelle. Doch nach über 2 Monaten war dieses Knöllchen, welches sich in der Grundsumme auf recht ordentliche (umgerechnet in Euro) 44,23 € belief. Mit Spätungszins war die Summe nach diesen 2 Monaten dann schon auf 100 € angestiegen. Da Herrn J. auf dem Mars falsch geparkt hatte, wurde mir die Einleitung eines Starfverfahrens in die Hände gelegt. Nach Durchsicht der Akten, welche fast eine galaktische Woche in Anspruch nahm, hatte ich heraus gefunden, dass gegen Herrn J. bereits 11 andere Verfahren liefen. Ich forderte also von meinen, über die Milchstraße verteilten Kollegen, alle nötigen Akten an und stellte dann fest, dass der Beschuldigte nun schon eine Rechnung von 13.452,96 € zu begleichen hatte. Ja, das Imperium rechnet gerne saftige Zinsen drauf.

    Indes stellte es sich allerdings als "problematisch" heraus, den Parksünder auch zu ergreifen. Weder an seiner Meldeadresse noch an seinem Arbeitsplatz war er für unsere Ermittler anzutreffen, sodass meine Mitarbeiter und ich uns bereits mit einer Verfahrenseinstellung befassten. Glücklicherweise erhielten wir dann doch noch einen maßgeblichen Tipp.

    Der Kauf einer sogenannten Steuer-CD brachte uns einige Hinweise auf den Verbleib von Herrn J. Aus den Unterlagen welche auf diesem Datenträger gespeichert waren ging nämlich hervor, dass Herr J. eigentlich Herr B. war. Danach war es ein Leichtes den Aufenthalt des Serienprellers zu finden. Nur einer von vielen gelösten Fällen in meiner Karriere. Wie so oft in der Verbrechensgeschichte wurde ein Gangster nur wegen der Steuer geschnappt. Ein gutes Beispiel dafür aus der irdischen Geschichte ist Al-Capone. Für Herrn B. ist diese Sache allerdings dreifach Dumm gelaufen. Denn durch das Steuerhinterziehen konnte er gerade einmal 23 € sparen. Mit diesen gesparten 23 € wird er die anfallenden Kosten in Höhe von 13.452,96 € allerdings nicht bezahlen können. Daher wird Herr B. in den nächsten Tagen in ein intergalaktisches Gefängnis auf der Venus überstellt werden wo der die nächsten 2 Jahre schwitzen muss.
    Karl-Theodor zu Chattenberg
    Leitender intergalaktischer Staatsanwalt, Bezirk Sol
    GAC Building
    Hinterem Mars 6
    Saturn
    Sonnensystem, 0000001 Milchstraße

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