[Kapitel 2] Ein Unglück kommt selten allein

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Ich sprang auf, schnappte meinen Melder und schaute drauf. Ü-MANV-All Stufe 4; Bombe; Sektorregion 2, war darauf zu lesen. »Scheiße! « fluchte ich zu Marshall. »Was soll denn dieser Scheiß jetzt? Massenanfall von Verletzen überörtliche Hilfe über 1.000 Betroffene?« Während wir zu dem Helikopter auf dem Dach der EMO-Zentrale liefen, der mich und Marshall zum Unglück bringen sollte, fragte mich mein guter Freund »Was um Himmels Willen ist ein MANV-All und warum 1.000 Betroffene? Was ist denn da in Köln los? « Ich antwortete kühl »Christopher Street Day, was sonst? Und das All ist seit letztem Monat neu. « Wir kamen endlich auf dem Dach an wo Frank, unser Pilot, schon den Eurocopter startete und der Co-Pilot, Franks Bruder, Paul in der Leitstelle nach Informationen sich erkundigte. Marshall fragte mich erneut »Und was heißt nun All? « Ich antwortete »All ist einfach nur ein Begriff dafür, dass alles Material das zu Verfügung steht alarmiert wird...Was für ein Scheiß, sag ich nur. « Marshall nickte nur. Dann sprach Paul über die Kopfhörer, dass die Leitstelle ein paar Informationen für mich hätten. Ich nickte und meinte »Stellen Sie sie bitte durch. «

    »Hier Emergency Commander Nick Schiff, was liegt an? « »Anscheinend ein Bombenanschlag während des CSD in Köln. Überall in der Stadt sind um 1756 unkonventionelle Sprengstoffe hochgegangen. In der ganzen Stadt sind Brände ausgebrochen. Weitere Kräfte kommen aus den Sektorregionen 1, 2, 3 und 4. Außerdem aus den Sektoren 1109, 1110 und 1112« kam es knacksend aus dem Helm. »Irgendwelche Informationen über die Täter« fragte ich nach.
    »Negativ! Bisher gab es keine Bekenner. « »SCHEIßE!!! « Ich konnte mich nicht halten und musste es einfach über Funk sagen. Marshall schaute mich nur belustigt an. Ich fand die ganze Situation ganz und gar nicht lustig. »Tschuldigung« »Kein Problem, ich kann’s verstehen« kam es knacksend aus den Hörern zurück. Als letztes wollte ich noch wissen »Gibt es irgendwelche Informationen über Tote, Verletzte oder Betroffene? « »Wieder negativ« rauschte es aus dem Helm. »Aber es gibt Berichte von den Kräften, die schon vor Ort sind, dass sich die Menschen alle, wirklich ausnahmslos alle, aus der Stadt flüchten. « Ich musste erst einmal tief Luft holen als ich das hörte. »WAAS? 50 Millionen Menschen verlassen auf einmal die gesamte Stadt? Die sollen verdammt nochmal in ihren Häusern bleiben. Wenn diese Terroristen auf Blut aus sind ist das wie ein Schlaraffenland für die. Ich will das alle Leute zurück in ihre Wohnungen zurückkehren falls sie nicht unmittelbar betroffen sind. DAS IST EIN BEFEHL!!! Ende Emergency Commander Sektor 1111«

    Ich schaute Marshall an und er mich. Es brauchte aber keine Worte um uns zu verständigen. Wir beide waren kreidebleich im Gesicht und wir hatten beide dasselbe gerade gehört. Ich konnte nur noch den Kopf schütteln. Ich flüsterte zu ihm »Lass uns jetzt professionell sein und das hier mit so wenig Schaden wie es geht über die Bühne bringen. « Er nickte nur kräftig. Allein diese Geste gab mir wieder Energie diese Mammutaufgabe zu bewältigen.
    »Hey Paul! Kannst du mir sagen wie es mit den Vize Commanders aussieht. Sind die schon vor Ort? « Es dauerte einen Moment bis Paul antwortete. »Jo Maestro. Sind schon vor Ort und versuchen bisschen Struktur in diese chaotische Lage zu bringen. « »Alles klar. Danke dir. Frank kannst du uns bei den Vizen absetzen? « Ich hörte nur ein tiefes Brummen als Bestätigung.
    Dann heulten die Motoren nochmal kräftig auf und Frank versuchte so viel wie möglich aus dem Helikopter zu holen. Eine Zeit passiert nichts als dann Marshall mich ansprach. »Nick? Schau mal bitte Richtung Norden. «

    Ich guckte und was sich mir dort bot, war ein schrecklich schönes und chaotisches Bild. In der Ferne sah man Köln und von dort stiegen tausend schwarze Rauchschwaden hoch und die Straßen leuchteten feurig rot. Am Horizont konnte man die Sonne untergehen sehen, was dem ganzen Bild noch mehr ängstigte und in der Mitte der Stadt der Kölner Dom. Der unberührt, so als hätte Gott selbst seine schützende Hand über ihn gelegt, dort stand und sich anscheinend an diesem Schauspiel ergötzte. Dieses Bild ließ der ganzen Helikoptercrew einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen.
    Tu dolor es mi dolor y mi dolor es tu dolor.

    1.537 mal gelesen