Kapitel 82 – Saft des Lebens

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Irgendwann hatte ich mich dann an den unendlichen Weiten des Weltraums sattgesehen und ich konnte mich einem Schinkensandwich widmen das von irgendwoher angeschwebt gekommen war. Ich dachte mir, dass ein Happen nicht schaden konnte, daher Biss ich herzhaft hinein. Ich hatte eigentlich ein Pappding von einem Sandwich erwartet, die Geschmacksknospen auf meiner Zungen wurden aber dann doch überrascht. Das war mit Abstand eines der besten Sandwiches das ich je gegessen hatte. Ein Blick in Laras Gesicht sagte mir, dass sie das ebenso empfand. Die beiden anderen Damen waren zwar ebenso entzückt, wie ich ihrem Geschnatter entnahm, allerdings waren sie nicht im Geringsten überrascht über diesen Umstand.

    Meine gegenüber, die Arbeiter, hatten allerdings bemerkt dass ich „etwas“ überrascht war. Der, der früher in der Armee gewesen war kannte das Armee-Essen natürlich und begann: „Na, Command’r, dat ham‘ se nicht erwarded?“. Ich lächelte und erwiderte: „Nicht im geringsten, Sir.“, was auch der Wahrheit entsprach, „zumindest bei der Armee war das essen nie so gut!“. Einer der anderen, er war relativ dürr und ich konnte ihn nur schwer einschätzen, kicherte hämisch: „Die Sorschen gut für uns, Meester, dat könne so glove!“ Ich entgegnete ihm, nicht ohne eine Spur Anerkennung: „Nun, das möchte ich doch hoffen, immer hin fördern Sie damit den Saft des Lebens auf der Erde. Ohne Öl keine Zivilisation…“ Offenbar hatte ich den Herren geschmeichelt, denn sie blicken nun sehr zufrieden.

    Später nahm mich Lara bei Seite. „Hast du da nicht etwas dick aufgetragen?“, wollte sie von mir wissen. Ich antwortete ihr, ohne Ihr meine Erkenntnisse mitzuteilen: „Schatz, es kann nicht schaden wenn uns dort oben jemand etwas gewogen ist.“ Da blickte sie mich, natürlich, fragend an. Ich antwortete ihr allerdings nicht. Stattdessen legte ich ihr meinen Zeigefinger auf die Lippen und zwinkerte ihr zu. Sie sollte sich nicht zu viel Stress machen. Weder für Sie, noch für das Baby war das gut.

    Irgendwann später tönte es dann aus den Lautsprechern: „Sehr geehrte Passagiere, wir erreichen in Kürze den Mars. Wenn Sie aus dem Fenster sehen, können Sie bereits die große Betankungsstation ausmachen.“ Offenbar gab es nichts, dass zur Landung weiter erwähnenswert wäre und der Lautsprecher verstummte. Ich richtete daher meine Augen nach draußen in die Dunkelheit. Weit draußen „schwamm“ eine majestätische Station in welcher der Lebenssaft der Menschheit lagerte und nur auf dieses Raumschiff wartete. Man konnte auch noch Teile der „Nabelschnur“ erkennen welches die Station mit dem Planeten verband. Und dabei kam mir ein witziger Vergleich in den Sinn.

    Eigentlich waren Lara und diese Station recht ähnlich. Beide verband eine Nabelschnur mit etwas wichtigem und beide trugen „Lebenssaft“ in sich. Das musste ich ihr unbedingt später mitteilen. Ich „notierte“ mir das also und sinnierte dann weiter.

    Gleichmäßig nährten wir uns dem Ort an dem das schwarze Gold in die Tanks verladen wurde. Entgegen meiner Vermutung würden wir wohl nicht auf dem Planeten direkt landen sondern mit einer Fähre von der Station auf den roten Planeten fliegen.
    Und dann war es soweit. Wir dockten an der Station an. Ein kleines rumpeln ging durch das Raumschiff als es in den Halterungen festgemacht wurde. Dann waren wir angekommen.

    Durch eine Andockschleuse, ähnlich wie an normalen Flughäfen, kamen wir in das Innere der beeindruckenden Einrichtung. Im Ankunftsbereich war das Interieur sogar sehr ansprechend gestaltet. Es gab braune Ledersessel und einige Pflanzen. Und in Schaukästen konnte man die Geschichte der Station in Erfahrung bringen. Das Schuttle war noch nicht bereit und so hatten wir einen Moment Aufenthalt. Lara und ich nutzen diesen um durch ein kuppelartiges Fenster auf den höchsten Berg des Mars herabzublicken. Den Olympus Monus. Von hier oben hatte man einen guten Blick auf den Berg, denn ein Teil war „beleuchtet“. Die stellen die man von hier aus sehen konnte, waren die stellen an denen die Treibstoffleitung entlang lief. Man verwendete den 26 Kilometer hohen Berg offenbar als Stütze für die Leitung. Wie ich so hinunter blickte sagte ich zu Lara: „Sie nur, da kann man in dich hineinsehen. Die Nabelschnur und..“ Weiterkam ich gar nicht. Lara hatte eine Wasserfalsche in der Hand gehabt die mir nun gegen den Kopf flog. Hinter mir hörte ich ein Kichern. Die beiden jungen Frauen hatten die Szene offenbar beobachtet. „Ist ja gut, ist ja gut“, gab ich schnell nach. Ich konnte aber sehen, dass Lara es mir nicht übel nahm. Sie verkniff sich ein Lachen und schaute stattdessen ernst. Die Kombination aus beidem ließ das ganze allerdings nicht wirklich ernst wirken und ich musste lachen. Sie nahm meine Hand und legte mir ihren Kopf auf die Schulter. Und so starrten wir einfach nur hinaus. Ein perfekter Moment.

    Irgendwann, inzwischen hatten wir einen speziellen Anzug erhalten und einige Sicherheitseinweisungen, durften wir dann in den Shuttle einsteigen. Beinahe im freien Fall stürzte sich das Fluggefährt gen Mars. Nicht gerade angenehm. Aber als Soldat machte es mir weniger als einigen der Reisgefährten. Nach nur wenigen Minuten konnte man bereits das Gelände der „Siedlung“ sehen. Wir setzten in einem Hangar auf, der inzwischen geschlossen worden war. Draußen tobte ein Marssturm. Man hörte wie der Sand gegen die, ich war überrascht, Wellblechwände prasselte. Wie konnte das nur halten!?

    Ein Mann kam auf uns zu. Ich sah es direkt. Es war einer der Soldaten. Direkt hinter ihm kam aber noch ein 2ter, wie ich erst im Näherkommen bemerkte. Erstaunlicherweise überholte der kleine Mann den Soldaten und nährte sich uns in Formel-1-Tempo.

    „Hallo, mein Name ist Janosh Atkins.“ Innerlich musste ich über den Namen lachen. „Ich bin der Leiter dieser Anlage. Ich begrüße Sie und Ihre Frau herzlich bei uns, Commander.“ Er gab mir schnell die Hand und wieselte dann zu den Leuten weiter die hier arbeiten würden. Ich blickte zu dem Soldaten. Ich machte in ihm einen Major aus und versuchte auch direkt zu erkennen wie er hieß. Leider konnte ich durch des Visier unseres Astroanzuges nicht genau erkennen was auf dem Schild auf seinem Azug stand. Ich war überrascht wie die qualitativen Unterschiede waren. Offenbar waren die Anzüge die man Lara und mir gegeben hatte deutlich älter als die des Majors oder es Leiters. Naja, für Besucher sollte das sicher genügen.

    „Hallo Commander“, sagte er zackig, „ich freue mich Ihre Frau und Sie kennen zu lernen und begrüße sie beide herzlich auf dem Mars.“ Er blickte in Richtung von Atkins. „Bitte entschuldigen Sie die "Abfertigung" durch Mr. Atkins. Er ist zurzeit etwas… schräg drauf. Ich schlage vor wir bringen sie erstmal zu den Quartieren. Ich und meine beiden Offiziere haben für Sie die Offiziersmesse vorbereitet, sodass sie nicht in denen für sie vorgesehenen Quartieren bei den Arbeiter übernachten müssen.“
    mfg CIA JOE
    Danke an SLP Design für den Avatar!

    3.247 mal gelesen

Kommentare 1