Kapitel 76 – Wer schreit lauter?

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  • Lara und ich sahen uns an… „Sollen wir uns noch umziehen gehen?“ „Ach was… Wir sehen doch schick aus, auch wenn das Zeug etwas zerknittert ist. Wir wollen ja so schnell wie möglich zu unserem Gast kommen“, sagte sie während sie mir zuzwinkerte. „Und lass uns mit dem Auto fahren… Einfach mal ein wenig… Normalität…“ „Alles klar, Chef“, sagte ich zu Lara während ich mein Handy sicher verstaute um es nicht noch zu vergessen.

    „Die letzten Tage waren die zu stressig, oder?“, frage ich sie dann als wir einstiegen. Mir war nicht entgangen, dass sie nicht so ganz glücklich war. „Ach weißt du… Das ist alles nur so… Ganz anders wie ich es früher erwartet hätte. Trotz der ganzen vereinigten Welt und dem allem sind die Chancen es in Mexiko von ganz unten so weit nach oben zu schaffen ziemlich gering. Da waren die letzten Tage natürlich ziemlich anstrengend für mich…“ Ich wollte ansetzten um etwas zu sagen, doch sie lies mich nicht zu Wort kommen. „Ich weiß gar nicht, ob ich den Job als Emergency Commander überhaupt durchgestanden hätte… Du warst die bessere Wahl. Und ich danke dir, dass du mich trotzdem mitgenommen hast. Danke, dass du mich gefunden hast…“ Ich musste schlucken. Denn ich hatte nicht gewusst, dass sie solche Sorgen hatte. „Lara… Wieso hast du mir nicht gesagt, dass du solche Sorgen hast? Ich bin sicher wir hätten eine Lösung gefunden.“ Ich war besorgt. Natürlich war die letzte Zeit sehr, sehr hart gewesen. Ich war zweimal verletzt geworden, was für sie die Hölle bedeutet hatte und dann natürlich der Stress der Hochzeit, das zehrte an den Kräften. Aber die einst so taffe Medizinerin, die sie einmal gewesen war, schien nicht mehr viel übrig zu sein. Sie hatte sich ein eine echte Lady verwandelt.

    Vor ein paar Jahren, so hatte ich gehört, war sie einmal in einem kleinen abgelegenen mexikanischen Dorf gewesen um einem Lungenpatienten zu helfen. Gerade als sie auch da gewesen war, war eine Drogengang ins Dorf gekommen. So etwa 4-7 Personen. Das Dorf hatte wohl das Schutzgeld nicht bezahlt und nun sollten alle Frauen vergewaltigt werden und dann sollte das Dorf brennen. Lara und die 2 Sanitäter, die bei ihr waren hatten das Militär informiert. Aber tatenlos zu zusehen kam weder für die beiden Männer noch für meine Feuerbraut in Frage. Die drei hatten sich mit der Bande angelegt und bis das Speical Force Command des Internationalen Militärs eintraf waren die Übeltäter bereits verschnürt.

    Das war also die alte Lara. Und nun wurde sie weich. Nun… Grundsätzlich hatte ich dagegen nichts einzuwenden. Aber das klang schon ziemlich deprimiert. Ich würde sie am Abend mal wieder so richtig verwöhnen… Erst schön kochen, dann gemütlich was trinken und dann… Ich konnte den Gedanken nicht zu Ende spinnen, denn ich musste heftig in die Eisen steigen. Da hatte vor mir doch so ein Idiot nicht gemerkt, dass hinter ihm ein Blinkendes und quietschendes Etwas angefahren kam und war nach links ausgeschert. Ich hupte was das Zeug hielt und fluchte gekonnt in guter alter Seemannsart.

    Da ich natürlich gut auf die Tube gedrückt hatte waren wir in Rekordzeit in Stuttgart angekommen. Die Adresse war entsprechend leicht zu finden, da sie sehr bekannt war. Als wir darauf zu fuhren, sah man bereits, dass etwas los war. Mehrere Einsatzfahrzeuge standen mit blitzenden Lichtern vor dem Hotel. Grünes Absperrband flatterte im Wind und wies darauf hin, dass dies ein Tatort war. Reporter hatten sich leider auch schon eingefunden. Ein Officer hinderte sie dran die Sperrung zu umgehen. Geier…

    Ich hupte ein paar Mal um mir Platz zu schaffen. Der bereits erwähnte Police Officer hob das Flatterband an und fuhr drunter durch. Ich parkte den Wagen unter einem Baum und wir stiegen aus. Ein Mann in einem unauffälligen grauen Anzug mit einer lächerlichen gelben Krawatte kam uns entgegen. „Chic, diese Krawatte“, sagte Lara belustigt zu dem Mann noch bevor er sich vorstellen konnte. Er interpretierte das ironische Kompliment wohl als ehrlich gemeint und sagte: „Danke, die war auch nicht billig.“ Er machte eine Kunstpause und stellte sich dann vor. „Ich bin Tommy König, Leiter des IBI Büros hier in Stuttgart. Meine Abteilung ist nicht besonders groß, aber wir werden unser Bestes geben um Sie zu unterstützen.“

    Der Agent König meine es ernst, daher antwortete ich ebenso ernst. „Keine Sorge, ich bin sicher, sie werden ihre Sache großartig machen. Ich stelle mich und meine Kollegin der Form halber kurz vor. Das ist Lara… Cooper. Und ich bin Tom Cooper, der Emergency Commander…“ Er wusste das natürlich bereits, sonst hätte er uns anders empfangen. „Es ist mir eine große Freude sie einmal kennen zu lernen, Commander Cooper.“ „Mr. Cooper reicht völlig“, kicherte ich, „bitte bringen Sie uns zu Mr. Ling, nicht das er noch böse wird.“
    König ging voran um uns in das Hotel zu führen. Dabei erhaschte ich einen Blick auf sein Ohr. Es war voller beeindruckender Narben. Was musste dieser Mann durchgemacht haben… Die Ausstattung des Hotels war ebenfalls beeindruckend. Überall edle Holzvertäfelungen, Leder und edel aussehende Kronleuchter. Der Teppich schien aus Kaschmir zu sein und plötzlich kam ich mir in meinem zerknitterten Hemd ziemlich unpassend vor. Der Aufzug war nicht weniger edel. Goldene Knöpfe und ein Fahrstuhlführer ließen mich zu dem Schluss kommen, dass dieses Hotel etwas über meiner Preiskateogrie sein musste.

    Mit einem zarten „bing“ erreichten wir den 15. Stock. Als der Aufzug sich öffnete standen an der gegen überliegenden Wand zwei Officer. Deshalb fragte ich Mr. König: „Macht Mr. Ling ihnen sehr viel Druck?“ Er blieb stehen, und seufzte dann. „Ja, leider… Und eine Art Choleriker scheint er auch zu sein…“ Dann straffte er sich wieder und ging weiter. Ich beschloss dem guten Mann erst einmal die Leviten zu lesen. Seine Regierung hielt sich gegen über der Vereinigten Welt nicht gerade freundlich und ich hatte keine Lust, dass der auf seinem hohen Ross eine Sonderbehandlung erwartete, bloß weil die Situation politisch heikel war. Nach einigen Schritten blieb der IBI Mann stehen und klopfte an eine Tür. Ich schickte mit einer Geste währenddessen die beiden Polizisten weg. „IST DER EMERGENCY COMMANDER ENDLICH DA??????“ Als ich das hörte lief das Fass gewissermaßen über… Ich ergriff die Klinke, betrat das Zimmer und brüllte: „JETZT BERUHIGEN SIE SICH ERSTMAL, VERDAMMT!“

    mfg CIA JOE
    Danke an SLP Design für den Avatar!

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